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Jahresausstellung 2010

Schwein.Kram!

Alltägliche und kuriose Dinge rund um die Sau.

Ausstellung vom 28.03.2010 – 07.11.2010

Menschen und Schweine haben eine besondere Beziehung. Das Schwein ist uns genetisch sehr ähnlich und wir haben es zum Fressen gern. Wir nutzen es als Schimpfwort und als Glücksbringer. Wir bewundern es auf der Leinwand und tragen es auf der Haut.

Die Ausstellung beleuchtet die vielen Facetten des Borstenviehs und nimmt den Titel „Schwein.Kram!“ wörtlich. Die Entdeckungsreise führt den Ausstellungsbesucher in ganz unterschiedliche Bereiche von der Haut bis ins Herz, vom Sparschwein bis zum Schweinewürfel.

Zuerst geht es dem Schwein ans Leder. Heute wird in Deutschland zwar kein Schweinsleder mehr hergestellt, bis in die 1950er Jahre war es jedoch durchaus üblich, diese Lederart zu verarbeiten. Klassisches Herstellungsobjekt war der Koffer aus Schweinsleder, aber auch Bucheinbände, Gürtel und Lupenetuis wurden aus Schweinsleder gefertigt.

Auf dem Speiseplan landet das Schwein in der Ausstellung ebenfalls. Denn Schweine eignen sich wegen ihrer Fähigkeit, sehr schnell Futter in Fleisch umzuwandeln, gut als Nahrungsmittel für den Menschen. Der Mensch hat im Laufe der Domestizierung des Schweins eine Fülle an Zubereitungsmöglichkeiten entwickelt. In der Ausstellung wird ein typischer Ausschnitt der Esskultur in Sachen Schwein gezeigt.

Nicht nur das Fleisch des Tiers wird verarbeitet, auch die Borsten, die Knochen und das Fett des Schweins dienen als Grundlage unzähliger nützlicher Alltagsgegenstände. Viele Menschen wissen, dass Schweinegelatine in Gummibärchen enthalten ist und dass sie hilft, eine Nachspeise anzudicken. Dass Fotografen, Mediziner und Kosmetikhersteller Produkte aus Haut, Knochen und Fetten verwenden, dürfte weniger bekannt sein. 

In der Medizin ist die Sau zum wichtigen Forschungsobjekt geworden. Seit langem gibt es das gerinnungshemmende Heparin aus dem Darm oder das Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen als humanmedizinische Produkte. Die heutige Forschung geht jedoch einige Schritte weiter. Wegen der engen genetischen Verwandtschaft von Mensch und Schwein wird versucht, Organe von Schweinen für den Menschen nutzbar zu machen.

Auch als Glücksbringer zu Silvester ist das Schwein ausgesprochen beliebt. In der Ausstellung wird erklärt, woher das kommt und warum das Tier in vielen Sprichwörtern wahlweise zur Beschreibung guter oder schlechter Geschehnisse dient.

Dazu wird das breite Feld der Souvenirs angedeutet – vom Salzstreuer über den Schlüsselanhänger bis zum Kühlschrankmagneten. Es gibt fast nichts, was noch nicht mit Schweinen verziert, in Schweineform gegossen oder als Schwein geformt wurde. 

Das Schwein ist seit langem ein Medienstar. In der griechischen Mythologie überwiegen noch die scheinbar schlechten Eigenschaften, auch der frühe Film lässt keine gute Borste am Tier. Heute jedoch erfreut sich das Schwein in zahlreichen Büchern und Filmen großer Beliebtheit. In kaum einem Kinderzimmer fehlen Piggeldy und Frederick, die beiden Schweinebrüder, die auf liebevolle Art die Welt erklären und manch ein Erwachsener schmunzelt bei der Erinnerung an die unnachahmliche Miss Piggy, wenn sie ihr Haar über die Schulter wirft.   

Eine Ausstellung von KULTURelle, Regina Sdrzalek M.A. und Sibylle Schmidt-Lawrenz M.A., Kempten, www.kulturelle.de

Bitte beachten Sie: Gerne bieten wir eine Führung (ca. 90 Min.) durch die Sonderausstellung an. Weitere Informationen finden Sie hier.